Online-Sportzeitung für den Norden 30_19

SEITE 12 HANDBALL 2. BUNDESLIGA Quo vadis, Lübeck-Schwartau? Der VfL könnte die dritte Kraft in Schleswig-Holstein werden Die geballte Handballmacht ist im Norden der Republik beheimatet. An der dänischen Grenze ist der amtierende Deutsche Meister, die SG Flensburg-Handewitt zu Hause. Zwei Titelgewinne in Folge sprechen für sich! 80 Kilometer von Flensburg entfernt liegt ein weite- res Handballhoheitsgebiet. Dort in der schleswig-holsteinischen Lan- deshauptstadt, will der THW Kiel, in der nun beginnenden 52. Bun- desligasaison, zum 21. Mal die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Und dann gibt es noch, wieder 80 Kilometer entfernt, einen weiteren Verein im nördlichsten Bundes- land, der an die Erfolge der Nach- barstädte Kiel und Flensburg an- knüpfen will: VfL Lübeck-Schwartau! Gegründet wurde der heutige VfL Lübeck-Schwartau im Jahre 1863 als MTV Schwartauer Männerturn- verein. Daraus wurde im Laufe der Zeit durch Fusion mit der Schwar- tauer ATSV Eichenkranz von 1898, der Schwartauer Turnerschaft und dem Schwartauer Ballspielclub der VfL (Verein für Leibesübungen) Bad Schwartau 1863 e.V.. Wäh- rend ehemals ausschließlich Män- ner als Turner aktiv waren, besteht zu heutiger Zeit die Möglichkeit eine Vielzahl von Sportarten im VfL zu betreiben. Das Angebot umfasst unter anderem: Badminton, Bas- ketball, Boxen, Fußball, Gymnas- tik, Handball, Leichtathletik, Nordic Fitness, Rhönrad, Schwimmen, Tae Kwon Do, Tischtennis, Turnen, Volleyball und Walking. Mit rund 2700 Mitgliedern, von denen mehr als die Hälfte im Jugendbereich ak- tiv ist, ist der VfL Bad Schwartau der zweitgrößte Sportverein in Ost- holstein! Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Mehrzahl der Vereins zugehörigen heute weiblich ist! Sportliches Aushängeschild des Vereins war über einen langen Zeitraum die erste Handball-Her- renmannschaft, die in der höchsten deutschen Spielklasse, der 1. Bun- desliga, etabliert war. Die Mann- schaft firmierte unter dem Namen „SG VfL Bad Schwartau.“ Nach finanziellen Turbulenzen, die darin gipfelten, dass die Bundesli- galizenz an den HSV Hamburg „übertragen“ wurde, fand sich der Verein in der drittklassigen Regio- nalliga wieder. Nach einer langan- haltenden Durststrecke wurde im Jahre 2008 der Aufstieg in die zweite Bundesliga geschafft, der die Mannschaft seitdem angehört. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde aus SG VfL Bad Schwartau zu Beginn der Saison 2017/2018 VfL Lübeck-Schwartau. Die Heim- spiele trägt das Team in der Lübe- cker Hansehalle aus. Die auch „Hansehölle“ genannte Spielstätte hat eine Zuschauerkapazität von 2100 Plätzen und entspricht nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Ab dem Sommer 2020 sollen die Be- dingungen verbessert werden, wo- für ein Betrag von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen soll. Laut Pressesprecher Jan Brix geht es dabei in erster Linie um die Er- stellung exklusiver Räumlichkeiten des VIP-Bereichs und einen Anbau für die Lagerung des Hallenbo- dens. Eine Erhöhung der Zuschau- erkapazität ist nicht vorgesehen. Nach sieben Jahren als Cheftrai- ner hat sich der Handballlehrer Torge Greve verabschiedet und coacht nun den Bundesligaabstei- ger VfL Gummersbach. Sein Nach- folger ist der ehemalige Bundesli- gaprofi Piotr Przybecki, der ge- meinsam mit dem sportlichen Lei- ter Michael Friedrichs perspekti- visch den Aufstieg in die Elite- klasse anstrebt! Dazu zitieren wir den Vorstandsvorsitzenden des Klub 111, Thomas Nawrock: „Wir wollen immer größer werden. Wir wollen Handball-Spitzensport in Lübeck.“ Damit wäre dann die Vor- machtstellung des schleswig-hol- steinischen Handballs nachhaltig untermauert! Ehe es derartige Erfolgserlebnisse zu vermelden gibt, müssen zu- nächst die Neuzugänge integriert werden. Mit den Rückraumakteu- ren Nikola Potic, (Rückraum Rechts) der noch an einer Verlet- zung laboriert und Max Raguse, (Rückraum Links) sowie Linksau- ßen Fynn Gonscher soll die Tor- gefährlichkeit erhöht werden. Für das am 17. August anstehende DHB Pokalspiel gegen den Liga- konkurrenten VfL Gummersbach muss Trainer Piotr Przybecki auch auf den Einsatz von Spielmacher Pawel Genda, für den diese Partie nach seiner Verletzung zu früh kommt, verzichten. Sollte diese hohe Hürde übersprungen werden, wartet am darauffolgenden Tag, Sonntag 18. August, der Sieger der Partie Mecklenburger Stiere Schwerin gegen den amtierenden Deutschen Meister SG Flensburg- Handewitt auf die Zweitligamann- schaft des VfL Lübeck-Schwartau. In der darauffolgenden Woche startet die 2. Liga den Punktspiel- betrieb. Der VfL muss zum Auftakt beim Aufsteiger HSG Krefeld an- treten. Das erste Heimspiel bringt gleich das „Rückspiel“ gegen den Pokalgegner VfL Gummersbach, Diese Partie ist sicherlich gleich- zeitig eine erste ernsthafte Stand- ortbestimmung. Die auf 18 Mann- schaften reduzierte Liga hat meh- rere Aufstiegsanwärter aufzuwei- sen. Mit den Traditionsvereinen VfL Gummersbach, TuSEM Essen, TuS N-Lübbecke sowie HSC Co- burg sind die wohl heißesten An- wärter genannt. AB Markus Hansen im Trikot von Lübeck Schwartau (hinten) und Eloy Morante Maldonado von Bayer Dormagen (vorne) könnten in der neuen Zweitliga-Saison erneut aufeinander treffen. Foto: 54 Grad (Archiv)

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